Am 26. März 2026 vertraten Matthieu Ott und Pelin Agaclitepe Amperio an den ersten Rencontres romandes de l’éolien. Die Veranstaltung wurde vom GREE (Groupe Romand pour l’Énergie Éolienne) im Schloss Yverdon-les-Bains organisiert. Es war ein informativer Nachmittag mit Praxisberichten, regulatorischen Perspektiven und Gesprächen mit Branchenakteuren.
Unser Fazit: Die Windenergie in der Westschweiz nimmt konkrete Formen an. Dahinter stehen jedoch präzise technische Anforderungen an den elektrischen Schutz — ein Bereich, in dem wir zu Hause sind.
Warum Windkraftanlagen besonders blitzgefährdet sind
Windkraftanlagen vereinen mehrere Risikofaktoren. Zunächst ist ihre Bauhöhe erheblich — oft 100 bis 150 Meter bis zur Blattspitze. Ausserdem befinden sie sich häufig auf Kämmen oder in offenem Gelände. Darüber hinaus enthalten sie leitfähige Materialien wie Stahl, Kupfer und Aluminium sowie empfindliche Elektronik in der Gondel.
Die Wahrscheinlichkeit eines Blitzeinschlags steigt proportional zur Höhe. Infolgedessen kann ein 60 Meter langes Rotorblatt an einem exponierten Standort mehrere Dutzend Einschläge pro Jahr verzeichnen. Ohne geeignetes Schutzsystem reichen die Folgen daher von Elektronikschäden bis hin zur Teilzerstörung der Anlage.
Die Norm IEC 61400-24
Die internationale Norm IEC 61400-24 ist das massgebliche technische Regelwerk für den Blitzschutz von Windkraftanlagen. Sie definiert insbesondere:
- Die Blitzschutzpegel (LPL) für die verschiedenen Zonen der Anlage
- Die Erdungsanforderungen für Mast, Gondel und Rotorblätter
- Den Überspannungsschutz für Steuer-, Leistungs- und Kommunikationskreise
- Die Ableitvorrichtungen für den Blitzstrom durch die Rotorblätter
In der Praxis bedeutet dies: Jedes Bauteil muss in ein kohärentes Schutzsystem eingebunden sein — vom Rotor bis zur Netzanschlussverkabelung.
Die drei Ebenen eines vollständigen Schutzsystems
Eine gut geschützte Windkraftanlage basiert auf drei sich ergänzenden Schichten:
1. Erdung — Der Turm muss an ein Erdungsnetz angeschlossen werden. Dieses ist so dimensioniert, dass es Blitzströme ohne gefährliche Potenzialanhebung ableitet. Zu diesem Zweck kommen verschiedene Techniken zum Einsatz: Fundamenterder aus bewehrtem Beton, Potenzialausgleichsleiter sowie Erweiterungselektroden, deren Wahl vom Bodenwiderstand abhängt.
2. Blitzschutz (Überspannungsableiter und Funkenstrecken) — Ergänzend dazu installiert man Ableiter und Überspannungsschutzgeräte der Klasse I am Mastfuss sowie in den Schaltschränken der Gondel. Sie begrenzen transiente Überspannungen durch direkte oder indirekte Einschläge. Ausserdem schützen Geräte der Klassen II und III die nachgelagerten Anlagen, insbesondere Frequenzumrichter, Steuerungen und Sensoren.
3. Potenzialausgleich — Schliesslich müssen alle metallischen Elemente der Struktur miteinander verbunden werden: Rahmen, Schränke, Kabelwege und Fundamentkonstruktionen. Nur so lassen sich zerstörerische Potenzialunterschiede zwischen den Komponenten vermeiden.
Was wir bei Amperio leisten
Amperio ist ausschliesslich auf Erdung, Blitzschutz und Überspannungsschutz spezialisiert. Wir vertreiben die Produkte von nVent ERICO, Saltek und J. Pröpster — anerkannte Referenzen in industriellen Anwendungen und exponierten Infrastrukturen.
Für Windparkprojekte liefern wir daher:
- Erdungsleiter und -elektroden für Windkraftfundamente
- Überspannungsableiter der Klassen I, II und III für Leistungs- und Steuerungskreise
- Verbindungselemente und Potenzialausgleichsausrüstung
- Technische Begleitung bei der Systemdimensionierung gemäss IEC 61400-24 und SN EN 62305
Wir haben ausserdem CADWELD-Produkte (nVent ERICO) für den Windpark Sur Grati geliefert, der sich derzeit im Kanton Jura im Bau befindet. Diese Referenz zeigt, dass wir anspruchsvolle Projekte in exponierten Umgebungen und unter engen Bauzeitplänen zuverlässig beliefern können.
Ein Sektor im vollen Aufschwung
Die GREE-Veranstaltung hat es bestätigt: Mehrere Windparks treten 2025–2026 in die aktive Bauphase ein. So zum Beispiel Montagne-de-Buttes (SIG/Verrivent, 17 MW), Sur Grati (VOé, 13 MW) und Sainte-Croix (Romande Energie). Insgesamt plant die Westschweiz deshalb mehr als 680 MW installierter Leistung.
Für Elektroinstallateure, Ingenieurbüros und Tiefbauunternehmen sind die Anforderungen an den elektrischen Schutz nicht verhandelbar. Die Norm IEC 61400-24 schreibt nämlich einen systemischen Ansatz vor. Infolgedessen lassen die Bauzeitpläne keinen Raum für Improvisation.
Sind Sie an einem Windparkprojekt beteiligt?
Amperio begleitet Fachleute aus der Branche mit massgeschneiderten technischen Lösungen. Ausserdem profitieren Sie von schneller Verfügbarkeit aus unserem Lager in Murten. Kontaktieren Sie uns daher für eine technische Beratung oder ein Angebot:
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